Am 20. April 2026 wurden an der Nanyang Technological University (NTU) in Singapur die ersten beiden Max-Planck-Zentren in Südostasien offiziell eröffnet. Diese neue Partnerschaft markiert einen bedeutenden Schritt in der internationalen Zusammenarbeit der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und unterstreicht die enge Kooperation mit Singapur.
Prof. Walter Leitner, CEC-Direktor der Abteilung „Molekulare Katalyse“ ist bereits in eine Kooperation mit Singapur involviert und war nun beim Kick-Off-Event der Max Planck Zentren dabei. Leitner begrüßt die Entwicklungen: „Es ist fantastisch zu sehen, wie die Singapore Max Planck Alliance for Sustainable Chemical Conversion of Biomass weiter an Fahrt gewinnt. Der Besuch des MPG-Präsidenten Patrick Cramer war ein Highlight und gibt weiteren Ansporn für exzellente Forschung und die Pflege der Partnerschaft zwischen der MPG und Singapur.“ Leitner dankte allen Kolleg*innen, Studierenden und Postdocs für ihr Engagement.
Zwei neue Zentren – zwei zukunftsweisende Forschungsgebiete
Das Max Planck Singapore Center for Data-driven Chemistry konzentriert sich auf die Erzeugung verlässlicher chemischer Daten mithilfe von Künstlicher Intelligenz und Automation. Ziel ist es, grundlegende Erkenntnisse über chemische Reaktionen und die Entwicklung nachhaltiger Materialien zu gewinnen. Das Center bringt Wissenschaftler*innen aus Deutschland und Singapur zusammen, um globale Herausforderungen in der Chemie zu meistern.
Das zweite Zentrum, das Max Planck–NTU Singapore Centre for Biocultural Worlding (CBCW), widmet sich der Erforschung des Zusammenwirkens von biologischer Vielfalt und kulturellen Praktiken. Es vereint Forschende, Künstler*innen, Kurator*innen und Rechtswissenschaftler*innen, um neue Wege der Wissensproduktion zu entwickeln und verantwortungsvolle Lösungen für globale Herausforderungen zu finden.
MaxCREATE SCCB: Nachhaltige chemische Biomassenkonversion
Ein weiterer zentraler Baustein der Zusammenarbeit zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und Singapur ist die Singapore Max Planck Alliance for Sustainable Chemical Conversion of Biomass (MaxCREATE SCCB). Dieses Forschungsprogramm zielt darauf ab, die nachhaltige Nutzung von Biomassen zu fördern und gleichzeitig Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Es konzentriert sich dabei auf zwei zentrale Herausforderungen: die Nachfrage nach Aviatiktreibstoffen und die Entsorgung von Biomassen.
Walter Leitner ist einer der Principal Investigators des Projekts und betont die Bedeutung dieser Initiative: „Die Arbeit an MaxCREATE SCCB ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen chemischen Wirtschaft. Durch die Kombination von innovativer Katalyseforschung und datengetriebener Chemie können wir neue Wege für die Konversion von Biomassen zu hochwertigen Chemikalien und Treibstoffen erschließen.“
Das Projekt ist ein gemeinsames Vorhaben der MPG, vertreten durch das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung (MPIKG) und das MPI CEC, sowie den singapurischen Partnerinstitutionen, darunter die Nanyang Technological University (NTU) und die National University of Singapore (NUS). Es wird im Rahmen des CREATE-Programms für Dekarbonisierung von der National Research Foundation Singapurs unterstützt.
Eine starke Partnerschaft für die Zukunft
Die Eröffnung der beiden neuen Zentren unterstreicht die wachsende Zusammenarbeit zwischen der MPG und Singapur und hilft bereits bestehenden Forschungsprogrammen. Bereits im Frühjahr 2024 hatte MPG-Präsident Patrick Cramer als erster Max-Planck-Präsident Singapur besucht und ein Memorandum of Understanding mit der NTU unterzeichnet. Diese Partnerschaft ermöglicht es, Talente aus aller Welt zu vernetzen und innovative Forschungsergebnisse zu generieren, die sowohl wissenschaftlich als auch gesellschaftlich relevant sind.
Die Zusammenarbeit zwischen der MPG und Singapur ist ein wichtiger Schritt in Richtung globaler Kooperation – ein entscheidender Faktor, um die großen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern.