Dr. Jesús Esteban Serrano mit dem Hermann-Neuhaus-Preis ausgezeichnet

Max-Planck-Förderstiftung honoriert herausragende Leistung mit hochdotiertem Wissenschaftspreis

Dr. Jesús Esteban Serrano im Labor am MPI CEC

Dr. Jesús Esteban Serrano, PostDoc, am Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion in der Gruppe „Multiphasenkatalyse“ von PD Dr. Andreas Vorholt, wird für seine Forschungsarbeiten zur Herstellung von Biokraftstoffen und Chemikalien aus erneuerbaren Materialien mit dem Hermann-Neuhaus-Preisausgezeichnet.

Der mit 25.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis wird seit 2018 jährlich von der Max-Planck-Förderstiftung verliehen. Er prämiert Postdoktorandinnen und Postdoktoranden, insbesondere aus der Biologisch-Medizinischen und der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion, für herausragende Leistungen an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und Anwendung.

 

Über das Projekt:

Am MPI CEC wird intensiv daran geforscht, Chemikalien aus erneuerbaren Rohstoffen herzustellen, um so nicht länger auf fossile Energieträger angewiesen zu sein und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dr. Jesús Esteban Serrano und weitere Wissenschaftler aus der Arbeitsgruppe von Dr. Andreas Vorholt fokussieren sich zurzeit auf die Herstellung von 5-Hydroxymethylfurfural und Furfural –  zwei wertvolle Chemikalien für die Erzeugung von Kraftstoffen und anderen Produkten.

Die Wissenschaftler versuchen, diese Reaktionen mit zwei nicht mischbaren Lösungsmitteln gleichzeitig durchzuführen. Während die chemische Reaktion in einer Phase abläuft, löst sich das Produkt im anderen Lösungsmittel. Auf diese Weise lässt sich die Produktivität des Systems durch Auslenkung des Gleichgewichtes erhöhen.

Kürzlich testete die Arbeitsgruppe einige „grüne“ Lösungsmittel, die mit Hilfe von rechnergestützten Vorhersagen ausgewählt wurden. Diese Lösungsmittel zeigten sehr gute Trennleistungen*.

„Nun wollen wir fortschrittliche Reaktorkonzepte entwickeln, die es uns ermöglichen, diesen Prozess effizient durchzuführen, indem wir den Kontakt der beiden nicht mischbaren Lösungsmittel intensivieren und so sowohl die chemische Reaktion als auch die Extraktion der Produkte beschleunigen,“ erklärt Dr. Esteban Serrano.

Das Komitee für den Hermann-Neuhaus-Preis hat nun entschieden, das Projekt durch die Bereitstellung zusätzlicher Mittel zu unterstützen. So kann eine neue Versuchsanordnung auf der Grundlage solcher neuartigen Reaktorkonzepte durchgeführt werden, wie z.B. statische Mischreaktoren, die potenziell auch auf andere chemische Reaktionen mit Mehrphasensystemen angewandt werden könnten.

Die offizielle Preisverleihung wurde auf das Jahr 2021 verschoben.

 

 

 

*J. Esteban, A.J. Vorholt und W. Leitner. (2020) Green Chemistry, 22: 2097-2128