| B.Sc. | Universität Konstanz (2008-2011) |
| M.Sc. | Universität Konstanz - Prof. Dr. S. Mecking (2012-2015) |
| Dr. rer. nat. | RWTH Aachen University, Institut für Technische und Makromolekulare Chemie - Prof. Dr. Walter Leitner (2016-2020) |
| PostDoc | RWTH Aachen University, Institut für Technische und Makromolekulare Chemie - Prof. Dr. Walter Leitner (2021-2022) MPI CEC, Molekulare Katalyse - Prof. Dr. Walter Leitner (2023) |
| Gruppenleiter | 'Metallorganische CO2 Chemie', MPI CEC (seit 2024) |
Full publications list | ORCID
| B. Sc. | RWTH Aachen University (2013-2016) |
| M. Sc. | RWTH Aachen University (2016-2019) |
| PhD | RWTH Aachen University, Institut für Technische und Makromolekulare Chemie - Prof. Dr. Walter Leitner (2019-2023) |
| PostDoc | MPI CEC, Elektrosynthese - Prof. Dr. Siegfried Waldvogel (2023-2024) |
| PostDoc | MPI CEC, Molekulare Katalyse - Prof. Dr. Walter Leitner (2025-2026) |
| Gruppenleiter | 'Metallorganische CO2 Chemie', MPI CEC (seit 2026) |
2026
A.-C. Kick, M. Schatz, C. Kahl, M. Hölscher, R. A. Eichel, J. Granwehr, N. Kaeffer, W. Leitner. Mapping proton and carbon dioxide electrocatalytic reductions at a Rh complex by in situ spectroelectrochemical NMR. Chem. Sci. 2026, 17, 1637-1646.
2024
A.-C. Kick, T. Weyhermüller, M. Hölscher, N. Kaeffer, W. Leitner. Understanding Ligand Effects on Bielectronic Transitions: Chemo- and Electroreduction of Rhodium Bis(Diphosphine) Complexes to Low Oxidation States. Angew. Chem. Int. Ed. 2024, 63, e202408356.
Die Gruppe Metallorganische CO2 Chemie ist stets auf der Suche nach interessierten und talentierten Studierenden, Promovierenden und PostDocs. KandidatInnen, die sich für metallorganische Chemie begeistern, gerne Reaktionsmechanismen verstehen wollen und in einem motivierenden Umfeld Grundlagenforschung betreiben möchten, die zu Anwendungen für eine nachhaltigere Welt beitragen, sind herzlich dazu eingeladen Gregor Kemper zu kontaktieren.
Im Team „Metallorganische CO2 Chemie“ arbeiten wir an der Entwicklung homogener Übergangsmetallkatalysatoren, mit deren Hilfe Kohlenstoffdioxid (CO2) in neuartigen thermo- sowie elektrokatalytischen Prozessen genutzt werden kann. So kann dieses Treibhausgas in Verbindung mit anderen nicht-fossilen Rohstoffen in Fein- und Basischemikalien sowie Energiespeichermedien umgewandelt werden.
Ganz dem Planck’schen Motto „Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen“ folgend, sind wir hierbei insbesondere an einem tiefgreifenden Verständnis der zugrundeliegenden Reaktionsmechanismen interessiert, das wir durch Katalyse/Elektrolyse-Experimente, (NMR-)Spektroskopie, Spektroelektrochemie, Cyclovoltammetrie, Isolierung und Charakterisierung von Intermediaten sowie Röntgendiffraktometrie etablieren. Dieses Mechanismus-Verständnis wird durch computerchemische Rechnungen (DFT) unterstützt, die zum Teil in enger Zusammenarbeit mit der Gruppe „Computerchemie in der Homogenen Katalyse“ um Dr. Markus Hölscher an der RWTH Aachen University erfolgen. Hierbei zielen wir darauf ab, rechnerische Methoden nicht nur als analytisches Tool zu nutzen, um experimentelle Beobachtungen zu erklären, sondern auch zur ab initio Vorhersage von Katalysatorstrukturen und bis dato unbekannten Katalysezyklen zu verwenden.1
Dieses grundlegende Reaktionsverständnis ermöglicht schließlich die Entwicklung rational maßgeschneiderter Katalysatoren, um selektive und atomökonomische Umwandlungen von CO2 und verwandten Ausgangsmaterialien unter milden thermischen oder elektrochemischen Reaktionsbedingungen zu realisieren.
In Anbetracht der Klimakrise und der anhaltenden Freisetzung toxischer und persistenter Chemikalien in die Umwelt bedarf es einem grundlegenden Wandel der chemischen Industrie und des Energiesektors. Während letzterer - zumindest theoretisch - vollständig dekarbonisiert werden kann, werden die benötigten Produkte der chemischen Synthese auch weiterhin zu einem Großteil auf dem Element Kohlenstoff basieren. Daher muss eine zirkuläre und ganzheitliche chemische Industrie etabliert werden, in welcher der in den Produkten enthaltene Kohlenstoff an deren Lebensende wieder in der Synthese Verwendung findet. Bei der Suche nach leistungsfähigeren Produkten oder nach alternativen Reaktionswegen zu etablierten Produkten müssen zudem Aspekte wie die Vermeidung toxischer oder persistenter Abfallstoffe, die Steigerung der Atomökonomie sowie der Verzicht auf toxische, fossile und Konflikt-verursachende Rohstoffe von Beginn an berücksichtigt werden. So kann Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Leistungsfähigkeit von Produkten verstanden werden.2, 3
Neben der Verwendung von Biomasse und grünem Wasserstoff, besitzt die Umwandlung des Treibhausgases CO2 das Potential, einen großen Beitrag zur Defossilisierung der chemischen Wertschöpfungskette zu leisten. Es stellt eine ungiftige, nicht entzündliche und günstige Kohlenstoffquelle dar, die in unserer Atmosphäre (mehr als genug) vorhanden ist und auch weiterhin in sehr großem Maßstab ausgestoßen wird. Aufgrund seiner Eigenschaften als sehr stabiles und reaktionsträges Molekül, ist jedoch die Verwendung geeigneter Katalysatoren zu dessen Aktivierung und Umwandlung notwendig.
Ein Hauptaugenmerk unserer Gruppe liegt auf der Untersuchung der reversiblen Hydrierung von Carbonylverbindungen mit molekularem Wasserstoff. Diese Reaktionen sind von besonderer Bedeutung auf dem Weg zur Nutzung von CO2 als grundlegende Kohlenstoffquelle, da so ein direkter Zugang zu Kohlenstoffatomen auf unterschiedlichen Reduktionsniveaus ermöglicht wird. Die ineinander umwandelbaren C1-Bausteine CO2 (+4), Ameisensäure (+2), Kohlenstoffmonoxid (+2), Formaldehyd (0) and Methanol (-2) können entweder als Wasserstoff-/Energiespeichermaterialien Verwendung finden oder – entweder nach ihrer Isolierung oder in situ – in weiterführenden Reaktionssequenzen genutzt werden, um molekulare Vielfalt zu erreichen. In diesem Hinblick untersuchen wir verschiedene katalytische Transformationen, wie die Hydrierung von Estern, Aldehyden und Ketonen, die selektive Dehydrierung von Methanol und die herausfordernde direkte Hydrierung von CO2 zu Methanol unter milden Reaktionsbedingungen.4, 5
Um diese Reaktionen im Sinne der Grünen Chemie zu ermöglichen und/oder zu verbessern, untersuchen wir insbesondere Komplexverbindungen, die auf Edelmetalle verzichten und stattdessen 3d-Metalle wie Mangan als Zentralatom aufweisen, die in der Erdkruste reichlich vorhanden und dadurch günstiger und mit geringerem Treibhausgasausstoß zu gewinnen sind. Diese kombinieren wir mit Pincer-Liganden, die zur Metall-Ligand-Kooperation (MLC) fähig sind, um so Moleküle wie elementaren Wasserstoff zu aktivieren. Neben der gezielten, teils computergestützten Entwicklung neuartiger Mangankomplexe sind wir hierbei besonders an der Aufklärung der zugrundeliegenden Reaktionsmechanismen interessiert. Ein zentraler Bestandteil hiervon stellt die Isolierung und Charakterisierung stabiler metallorganischer Intermediate dar, die in diesen Reaktionsmechanismen auftreten und so die zu überwindenden Energiebarrieren maßgeblich beeinflussen.6
Als Alternative zu thermochemischen Reduktionen durch Wasserstoff untersuchen wir zudem elektrokatalytische Reduktionen durch Strom aus erneuerbaren Energiequellen unter Nutzung günstiger, lagerbarer und unschädlicher Brønsted-Säuren als Wasserstoffquelle.
Der Einsatz von niedervalenten Übergangsmetallkomplexen als Elektronentransfer-Reagenzien führt hierbei zu einer Verringerung von Überpotentialen und damit des Energiebedarfs einer chemischen Reaktion. Zudem bleiben klassische, aus der Thermokatalyse bekannte Reaktionsschritte (oxidative Addition, reduktive Eliminierung, Insertionen,…) zugänglich, sodass Zielprodukte hochselektiv und energieeffizient über neue Reaktionspfade hergestellt werden können. Bei der Entwicklung von Elektrokatalysatoren stellen wir die Fragestellung der Übertragbarkeit von thermokatalytisch etablierten Katalysatoren in eine elektrochemische Umgebung in den Mittelpunkt, um bekannte Liganden-Design-Prinzipien gezielt anzupassen und zu erweitern.
Hydrid-Intermediate spielen hierbei oft eine Schlüsselrolle und werden thermisch i.d.R. durch die Aktivierung von Wasserstoff entweder direkt am Metallzentrum oder durch MLC gebildet. Einen alternativen Zugang hierzu stellt die elektrochemische Reduktion der Metallzentren und anschließende Protonierung im Sauren dar. Durch spektroelektrochemische NMR Experimente konnten wir in einer kollaborativen Arbeit bereits interessante Einblicke in die elektrochemische Katalysatoraktivierung, die elektrochemische Bildung von Hydridkomplexen und die elektrokatalytische Reduktion von CO2 an Rhodium-Phosphin-Komplexen unter operando-Bedingungen gewinnen.7 Der Einfluss von verschiedenen Ligand-Parametern und von MLC auf elektrochemische Eigenschaften von Metallkomplexen, deren Aktivierung, sowie auf die Hydrid-Übertragung auf ungesättigte Gruppen wird momentan in unserer Gruppe untersucht.8, 9
Um die Wasserstoffbildung (HER) als häufige aber unerwünschte Nebenreaktion in Elektroreduktionen zu vermeiden, untersuchen wir zudem in Kooperation mit der Gruppe von Nicolas Kaeffer am Laboratoire d’innovation moléculaire et applications in Straßburg elektrokatalytische Transformationen an Nickel-Bipyridin-Komplexen, die beispielsweise die selektive Semihydrierung von Alkinen zu Z-Alkenen unter Vermeidung von Hydrid-Intermediaten ermöglichen.10
(1) Kemper, G.; Hölscher, M.; Leitner, W. Pd (II)-catalyzed carboxylation of aromatic C─ H bonds with CO2. Science Advances 2023, 9 (5), eadf2966.
(2) Zimmerman, J. B.; Anastas, P. T.; Erythropel, H. C.; Leitner, W. Designing for a green chemistry future. Science 2020, 367 (6476), 397-400.
(3) Artz, J.; Müller, T. E.; Thenert, K.; Kleinekorte, J.; Meys, R.; Sternberg, A.; Bardow, A.; Leitner, W. Sustainable conversion of carbon dioxide: an integrated review of catalysis and life cycle assessment. Chemical reviews 2018, 118 (2), 434-504.
(4) Kuß, D. A.; Hölscher, M.; Leitner, W. Combined Computational and Experimental Investigation on the Mechanism of CO2 Hydrogenation to Methanol with Mn-PNP-Pincer Catalysts. ACS Catalysis 2022, 12, 15310-15322.
(5) Kuß, D. A.; Hölscher, M.; Leitner, W. Hydrogenation of CO2 to Methanol with Mn‐PNP‐Pincer Complexes in the Presence of Lewis Acids: the Formate Resting State Unleashed. ChemCatChem 2021, 13 (14), 3319-3323.
(6) Singh, A.; Kemper, G.; Weyhermueller, T.; Kaeffer, N.; Leitner, W. Activated Mn‐MACHO Complexes Form Stable CO2 Adducts. Chemistry–A European Journal 2023, e202303438.
(7) Kick, A. C.; Schatz, M.; Kahl, C.; Hölscher, M.; Eichel, R. A.; Granwehr, J.; Kaeffer, N.; Leitner, W. Mapping proton and carbon dioxide electrocatalytic reductions at a Rh complex by in situ spectroelectrochemical NMR. Chemical Science 2026, 17 (3), 1637-1646.
(8) Kick, A.-C.; Weyhermüller, T.; Hölscher, M.; Kaeffer, N.; Leitner, W. Understanding Ligand Effects on Bielectronic Transitions: Chemo- and Electroreduction of Rhodium Bis(Diphosphine) Complexes to Low Oxidation States. Angewandte Chemie International Edition 2024, 63 (37), e202408356.
(9) Singh, A.; Sarmah, A.; Kick, A.-C.; Reck, P.; Weyhermüller, T.; Kemper, G.; Leitner, W.; Kaeffer, N. Molecular Mn Centers for Electrochemical C=O Reduction: Pincer Complexes and Comparative Analysis. manuscript in preparation.
(10) Durin, G.; Lee, M.-Y.; Pogany, M. A.; Weyhermüller, T.; Kaeffer, N.; Leitner, W. Hydride-Free Hydrogenation: Unraveling the Mechanism of Electrocatalytic Alkyne Semihydrogenation by Nickel–Bipyridine Complexes. Journal of the American Chemical Society 2023, 145 (31), 17103-17111.